Die Welt des Käpt’ns

Eine Welt im Aufschwung?

Lässt man den Blick über London schweifen, stechen sofort die riesigen Schornsteine in die Augen, aus denen dichter, schwarzer Rauch aufsteigt. Durch die Straßen und engen Gassen, die in der Nähe der neuen Fabriken liegen, wabern zu jeder Tageszeit Schwaden der Abgase umher. Dunkler Staub hat sich längst auf alle Oberflächen abgelegt – sauber ist es in der englischen Hauptstadt schon seit Monaten nicht mehr. Die industrielle Revolution scheint ihren Höhepunkt erreicht zu haben: Nie feierten die Fabrikbesitzer größere Erfolge. Die massigen Vorkommen und der wachsende technische Fortschritt haben England zur Weltmacht aufsteigen lassen.

Blut, Dreck und Schweiß…

Doch des reichen Mannes Freud ist des armen Mannes leid: Während die wohlhabenden Londoner ihren Reichtum kontinuierlich steigern und in Saus und Braus leben, sieht es in den armen Teilen der Gesellschaft ganz anders aus: Tausende Bewohner sind gezwungen, ihre Höfe an den Randgebieten der Stadt aufzugeben und in das Zentrum zu ziehen. In engen Behausungen leben sie dort zusammengepfercht wie Vieh. Ihr Alltag besteht aus harter Arbeit in den Fabriken. Kein Wunder, dass der Fortschritt für die Meisten einen bedrohlichen Beigeschmack hat. Viele halten der anstrengenden Arbeit körperlich nicht lange stand. Doch was ist schon das Leben eines armen Arbeiters? Der Nächste rückt sofort nach. Es ist ein Teufelskreis, aus dem nur wenige schaffen auszubrechen.

Der Ruf der weiten Welt…

Diejenigen die den unmenschlichen Bedingungen entfliehen können, versuchen sich häufig als Abenteurer. Da sie in der englischen Heimat nichts mehr hält, ziehen sie hinaus in die weite Welt, um neue Länder und Kulturen zu entdecken, um Teile der Landkarten aufzudecken, von denen niemand wusste, dass sie existieren. Nur wenige kehren zurück – doch diese werden in der Heimat als wahre Helden gefeiert. Doch es ist nicht nur die Produktion, die in diesen Zeiten einen Aufschwung erlebt.

Kuriose Technologien

Auch in der Wissenschaft und Technik machen fleißige Tüftler bahnbrechende Fortschritte. Während die unteren Klassen schuften und um ihren Lebensunterhalt kämpfen, werkeln Wissenschaftler aus unterschiedlichen Bereichen hinter verschlossenen Türen an wundersamen Technologien. Gerüchte über Objekte, die das Fliegen ermöglichen, machen die Runde. Sogar von Menschen, deren Gliedmaßen durch Maschinenteile ersetzt wurden, ist die Rede. Doch spricht man einen der verantwortlichen Wissenschaftler auf diese Gerüchte an, will er von nichts wissen. Die Fassade muss gewahrt werden: Zu groß ist die Gefahr, die hohe Stellung innerhalb der wohlhabenden Gesellschaft zu verlieren.

 

Eins steht fest: London ist in diesen Tagen so unvorhersehbar und geheimnisvoll wie nie zu vor.

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